Sieben Worte Jesu am Kreuz
BIBEL STUDIE
Jesus wird von römischen Soldaten ausgepeitscht, verhöhnt und misshandelt. Sie kleiden „den König der Juden“ in ein Purpurgewand und setzen ihm eine Dornenkrone auf.
Sein Kreuz soll Jesus selbst tragen – vom Herodes Palast bis nach Golgatha (bedeutet Schädelstätte), etwa 400 Meter weit. Doch er ist durch die schlaflose Nacht und terrorisierende Gewalt geschwächt.
Simon von Kyrene wird gezwungen, das Kreuz für ihn tragen. Eigentlich ist er nur als Pilger zum Passahfest in Jerusalem und hat mit Jesus bis dahin gar nichts zu tun.
I. „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Lukas 23,34
Gegen 9 Uhr morgens wird Jesus gekreuzigt. Selbst am Kreuz wird er weiter verspottet und verhöhnt (Lukas 23, 34-38).
Trotz unvorstellbarer Schmerzen, trotz Verrat und Spott bittet Jesus um Vergebung für seine Peiniger.
Am Kreuz zeigt sich die radikale Liebe Gottes: Gott wartete nicht auf menschliche Leistung oder Annahme, sondern handelte in höchster Selbsthingabe – unabhängig davon, ob wir diese Liebe überhaupt annehmen würden.
„Gott jedoch zeigt seine Liebe zu uns gerade dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“ (Römer 5,8).
II. „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“
Lukas 23,43
Jesus wird gemeinsam mit zwei Verbrechern gekreuzigt. Der eine verspottet ihn – der andere erkennt, dass Jesus Gott ist. Auf sein schlichtes Bekenntnis antwortet Jesus mit der Zusage von Errettung (Lukas 23,39-43).
Am Kreuz demonstriert Jesus die Gnade Gottes in ihrer Fülle: Keine Werke, keine Zeit zur Wiedergutmachung – Errettung allein aus Gnade durch Glauben.
III. „Frau, siehe, dein Sohn!“ – „Siehe, deine Mutter!“
Johannes 19,26–27
Trotz seiner Qual sorgt Jesus für seine Mutter Maria und überträgt die Verantwortung an den Apostel Johannes. Selbst im Leid lebt Jesus Liebe und Verantwortung.
IV. „Eli, Eli, lema sabachthani?“
Matthäus 27,46
Gegen 12 Uhr mittags verfinstert sich die Sonne.
Jesu Kreuzigung fand während Passah statt – das Passahfest wird während Vollmond gefeiert. Eine natürliche Sonnenfinsternis ist zu dieser Zeit normalerweise unmöglich.
Dennoch ist die ungewöhnliche Sonnenfinsternis auch durch außerbiblische, römische Historiker dokumentiert.
Nach drei Stunden Dunkelheit ruft Jesus: „Eli, Eli, lema sabachthani?“
Das ist Aramäisch und bedeutet: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Die Worte stammen aus Psalm 22, einem Klagepsalm, und offenbaren Jesu tiefe Erfahrung von Schmerz und Verlassenheit.
Am Kreuz wurde Jesus an unserer Stelle zum Feind Gottes. Die Trennung, die die Sünde verursacht, lag nun auf ihm.
„Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit wurden in ihm“ (2. Korinther 5).
Die Finsternis ist Ausdruck der Quallen der Schöpfung über die Leiden des Schöpfers.
V. „Mich dürstet.“
Johannes 19,28
Zu Beginn seines Leidens wurde Jesus ein schmerzlindernder Trank aus Wein und Myrrhe angeboten (Markus 15,23) – diesen lehnte er allerdings ab.
Am Kreuz bekam er auf seine gebrochenen Worte hin einen Schluck Essigwein – einen sauren, stark verdünnten Wein, ein einfaches Getränk der Soldaten.
Es befeuchtet seinen ausgetrockneten Hals, damit er der Welt noch eine letzte Botschaft mit klarer, lauter Stimme verkünden konnte.
VI. „Es ist vollbracht.“
Johannes 19,30
Jesus ruft schließlich mit lauter Stimme: „Es ist vollbracht!“ Im Griechischen ist das nur ein einziges Wort: tetelestai – und bedeutet: „vollständig bezahlt.“
Das ist kein Schrei der Niederlage, sondern der Ruf eines Siegers. Jesus hat den Preis der Sünde vollkommen bezahlt.
Am Kreuz fand ein gewaltiger geistlicher Austausch statt. Am Kreuz wurde Jesus an unserer Stelle zum Feind Gottes.
Die körperlichen Leiden und die Schande, die Jesus ertrug, sind unvorstellbar – doch weitaus schwerer wog das geistliche Leiden.
Jesus trank den Kelch aus dem Buch Jesaja, der das Gericht Gottes repräsentiert, bis zum letzten Tropfen (Jesaja 51,17-22; 53,3-5). So nahm Jesus das Gericht, das uns rechtmäßig zugestanden hätte, vollständig auf sich.
Jesaja 53,3-5: „Verachtet war er und von Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Krankheit vertraut und wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, ein Verachteter, und wir haben ihn nicht geachtet. Doch unsere Krankheiten, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich genommen. Wir aber hielten ihn für einen Gezeichneten, für einen von Gott Geschlagenen und Gedemütigten. Durchbohrt aber wurde er unseres Vergehens wegen, unserer Verschuldungen wegen wurde er zerschlagen, auf ihm lag die Strafe, die unserem Frieden diente, und durch seine Wunden haben wir Heilung erfahren.“
Darauf zerriss der Vorhang im Tempel (Matthäus 27,51) – durch Jesu vollbrachtes Werk am Kreuz haben wir freien Zugang zur Gegenwart Gottes. Niemals mehr würde Gott in von Menschen erbauten Tempeln wohnen, sondern in uns durch seinen Geist.
VII. „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“
Lukas 23,46
Zuletzt übergibt Jesus seinen Geist dem Vater. Er gibt sein Leben – niemand nimmt es von ihm.
Gegen 15 Uhr nachmittags nahm Jesus seinen letzten Atemzug und starb – im Griechischen bedeutet dieser Ausdruck: „das Leben auszuatmen.“
Das erinnert an Genesis 2,7: „da bildete der HERR, Gott, den Menschen aus Staub vom Erdboden und blies Lebensatem in seine Nase. So wurde der Mensch ein lebendiges Wesen.“
Gott hauchte Leben in Adam. Am Kreuz hauchte der Sohn Gottes sein Leben aus. Jesus trug die Konsequenz der Sünde Adams, um die gefallene Schöpfung zu erlösen.
Was in Eden zerbrach, wurde am Kreuz wiederhergestellt: unsere Beziehung zu Gott, unsere Freiheit und unser ungehinderter Zugang zu seiner Gegenwart.