PARUSIE
Das Zweite Kommen Jesu

BIBEL STUDIE

Das Wort Parusie stammt vom griechischen parousia und bedeutet „Ankunft“ oder „Erscheinen“. Im ursprünglichen Kontext wurde dieser Begriff für das feierliche Kommen des Kaisers verwendet. Im römischen Reich meinte man damit die machtvolle Ankunft eines Herrschers wie Gaius Julius Cäsar.

Paulus greift den Begriff der Parusie im 1. & 2. Thessalonicherbrief auf – jedoch mit einer neuen BedeutungWir erwarten nicht die Ankunft eines weltlichen Herrschers, sondern das Zweite Kommen Jesu.

Als Paulus in Thessalonich war, predigt er: Nicht Cäsar ist der wahre Kyrios (Herr), sondern Jesus.

Diese Botschaft sorgt in Thessalonich für massiven Aufruhr, sodass Paulus die Stadt nach nur einigen Wochen verlassen muss. Es ist vermutlich sein kürzester Churchplant, und die junge, verfolgte Gemeinde bleibt zurück (Apg 17).

Paulus sendet Timotheus, um nach ihnen zu sehen – und bekommt gute Nachrichten: Sie stehen fest im Glauben. Doch sie brauchen Ermutigung und Lehre. Daraufhin schreibt Paulus die beiden Thessalonicher Briefe.

Beide Briefe enthalten starke Lehre über die Wiederkunft Jesu (Parusie).

Und obwohl Paulus nur so kurz bei ihnen war, hat er sie über dieses zentrale Thema bereits gelehrt: Jesus kommt wieder.

Erstaunlich, oder? 

Wann hast du dich zuletzt bewusst mit der Wiederkunft Jesu beschäftigt?

Eine lebendige Erwartung

Die ersten Christen lebten mit einer spürbaren Erwartung auf die Wiederkunft Jesu. Manchmal haben wir diese Unmittelbarkeit verloren und  sprechen vom Zweiten Kommen Jesu als wäre es eine ferne Theorie.

Dabei ist es ein zentrales Thema in der Bibel:

  • Etwa jeder 30. Vers in der Bibel bezieht sich direkt oder indirekt auf das Zweite Kommen.

  • Rund 300 Referenzen verweisen auf Jesu Wiederkunft.

  • Die Bibel spricht mehr vom Zweiten Kommen Jesu als von seinem Ersten.

  • 23 der 27 neutestamentlichen Bücher sprechen davon.

  • Am Ende jedes Kapitels im 1. Thessalonicher Brief thematisiert Paulus die Wiederkunft Jesu.

    Das lässt doch stark vermuten, dass Jesus möchte, dass wir in Gewissheit und Erwartung auf sein Kommen leben oder?

Wie sieht ein (er-)wartendes Leben aus?

In 1. Thessalonicher 5:1–10 schreibt Paulus, dass der Tag des Herrn „wie ein Dieb in der Nacht“ kommt. Doch unmittelbar danach sagt er zu den Gläubigen: „Ihr aber seid nicht in der Finsternis. Ihr seid Kinder des Lichts.“

Für die Welt wird das Kommen Jesu ein Schock sein. Für uns sollte es keine Überraschung sein.

Stell dir vor, ein Dieb hinterlässt dir eine Notiz im Briefkasten: „Ich komme – aber ich sage dir nicht wann.“ Genau das hat Jesus getan. 

Sein Wort gibt uns die Zusage und Verheißung – nicht aber den Tag und Stunde – seiner Wiederkunft.

Die Zusage seiner Wiederkunft ist offenbar wichtiger als die Details um das Ereignis.

Die entscheidende Frage ist daher nicht wann oder wie Jesus wiederkommt, sondern: Wie lebe ich heute im Blick auf sein Kommen? 

Wie lebe ich hingegeben zu Jesus, meinem Herrn – bis zu dem Tag, an dem er wiederkommen wird? Denn das wird er.

Paulus gibt uns die Antwort: Wir sind wach. Wir schlafen nicht geistlich.

Wir sind nicht betäubt von den Sorgen und Ablenkungen dieser Welt.

 Stattdessen leben wir in Hingabe zu Christus – in der Gewissheit und Erwartung: Jesus kommt wieder.

Jesus wird unvorhergesehen kommen, denn wir kennen den Zeitpunkt seiner Wiederkunft nicht. Aber nicht unerwartet, wenn wir unser Leben in Erwartung auf ihn ausrichten. 

Ich ermutige dich, die Thessalonicher Briefe zu lesen und ehrlich zu reflektieren: Lebe ich mit der Erwartung der Wiederkunft Jesu?

Wie würden sich meine Prioritäten verändern, wenn ich stärker mit dieser Erwartung leben würde?

Und wie kann ich heute tiefer in meiner Hingabe zu Christus wachsen?