Fasten:
Eine vernachlässigte Disziplin
BIBEL STUDIE
1 Mose 3:1-6 (ZB)
1 Die Schlange aber war listiger als alle Tiere des Feldes, die der HERR, Gott, gemacht hatte, und sie sprach zur Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? 2 Und die Frau sprach zur Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen. 3 Nur von den Früchten des Baumes in der Mitte des Gartens hat Gott gesagt: Ihr dürft nicht davon essen, und ihr dürft sie nicht anrühren, damit ihr nicht sterbt. 4 Da sprach die Schlange zur Frau: Mitnichten werdet ihr sterben. 5 Sondern Gott weiss, dass euch die Augen aufgehen werden und dass ihr wie Gott sein und Gut und Böse erkennen werdet, sobald ihr davon esst. 6 Da sah die Frau, dass es gut wäre, von dem Baum zu essen, und dass er eine Lust für die Augen war und dass der Baum begehrenswert war, weil er wissend machte, und sie nahm von seiner Frucht und ass. Und sie gab auch ihrem Mann, der mit ihr war, und er ass.
Das ist die Geschichte dessen, was wir den Sündenfall nennen. Jetzt machen wir einen Sprung ins Neue Testament zur Versuchung Jesu in der Wüste.
Matthäus 4:1-4 (ZB)
1 Danach wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, um vom Teufel versucht zu werden. 2 Vierzig Tage und vierzig Nächte fastete er, danach hungerte ihn. 3 Da trat der Versucher an ihn heran und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, dann sag diesen Steinen da, sie sollen zu Brot werden. 4 Er entgegnete: Es steht geschrieben: Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.
Ähneln sich diese beiden Berichte für dich? Das sollten sie auf jeden Fall.
Adam und Eva kommen im Garten Eden Angesicht zu Angesicht mit dem Versucher. Jesus kommt Angesicht zu Angesicht mit dem Versucher in der Wüste.
SOWOHL DIE VERSUCHUNG VON ADAM UND EVA IM GARTEN ALS AUCH DIE VERSUCHUNG JESU IN DER WÜSTE HATTEN MIT NAHRUNG ZU TUN.
Sowohl im Garten als auch in der Wüste bestand die Versuchung darin, zu essen oder nicht zu essen. Es ging definitiv nicht nur um Essen – es ging um viel mehr als das, – aber es spricht Bände über den Zustand des Menschen. Die erste Sünde war ein Verstoß gegen ein Speisegebot (Gen 2,16-17; Gen 3,6).
Der Unterschied ist, dass Jesus siegreich war, wo Adam und Eva versagt haben. Jesus war siegreich, wo die gesamte Menschheit versagt hat. Wie hat Jesus gesiegt? Nun, man könnte sagen, er ist Gott und wir sind es nicht. Das ist zweifellos wahr, aber Jesus ist auch ganz und gar Mensch, in jeder Hinsicht versucht, und trotzdem hat er die Welt überwunden.
Was tat Jesus, bevor er versucht wurde? – Er fastete 40 Tage und 40 Nächte lang. Er verbrachte Zeit im Gebet, in der Stille, und er fastete. War er also nach 40 Tagen und 40 Nächten des Fastens hungrig? Die Bibel sagt uns, dass er hungrig war (wie ein Mensch es sein würde).
War Jesus also schwach? Nein, er war auf dem Höhepunkt seiner Kräfte. Er hatte die volle Kontrolle über seinen eigenen Körper, stand dem Versucher gegenüber und widerstand ihm.
Ich denke, man kann auf Grundlage dessen sagen, dass Jesus nicht zum Spaß and der Freude in die Wüste ging, um 40 Tage und 40 Nächte zu fasten.
Was ist Fasten?
- Biblisches Fasten
Jesus hielt sich in der Wüste 40 Tage und 40 Nächte lang vom Essen fern (Matthäus 4:1-2). Mose aß und trank 40 Tage und 40 Nächte lang nicht, als er auf dem Berg Sinai war (Dtn 9,9).
BIBLISCHES FASTEN IST DER VERZICHT AUF NAHRUNG ÜBER EINEN BESTIMMTEN ZEITRAUM.
Fasten ist keine selektive Diät. Die Diät nach Daniel 10 ist – seien wir ehrlich – eine eingeschränkte Diät, kein Fasten. Nun, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage bist, ganz auf Nahrung zu verzichten, ist dies definitiv eine gute Möglichkeit, am Fasten teilzunehmen.
Fasten bedeutet auch nicht, dass man soziale Medien, Fernsehen oder Ähnliches fastet. Das ist definitiv eine gute Sache, aber es ist kein Fasten im biblischen Sinne.
- Fasten geschieht im Alleinsein und Gemeinschaft
Die Bibel gibt uns Beispiele für das Fasten in der Abgeschiedenheit und in der Gemeinschaft.
Jesus zog sich in der Wüste zurück (Matthäus 4:1). Jedes Jahr am Tag der Versöhnung fastete das gesamte israelitische Volk gemeinschaftlich (Levit. 16).
- Fasten wird von Gebet und Gemeinschaft mit Gott begleitet
Wir fasten nicht nur, um nichts zu essen, sondern auch, um mehr Zeit für das Gebet und die Gemeinschaft mit dem Herrn zu haben.
Jesus fastete und verbrachte Zeit mit seinem Vater. Mose fastete und war in der Gegenwart Gottes auf dem Berg Sinai.
DAS BIBLISCHE FASTEN WIRD IMMER VON GEBET UND GEMEINSCHAFT MIT GOTT BEGLEITET.
Achte beim Fasten darauf, dass du dir längere Zeit nimmst, um mit dem Herrn zu sein. Die Zeit, die du mit dem Einkauf von Lebensmitteln, der Zubereitung von Mahlzeiten und dem Essen verbringen würdest, solltest du für Gott reservieren.
Drei Gründe für das Fasten
- Fasten war eine grundlegende Praktik von Jesus
Als Jesus über geistliche Disziplinen lehrte, zählte er das Fasten zu den drei wichtigsten (Matthäus 6). Er sagte: „Wenn ihr fastet“ (V. 16) – Jesus ging davon aus, dass seine Jünger einigermaßen regelmäßig fasten würden.
Er ging auch davon aus, dass wir es vermasseln würden, dass wir es falsch machen würden, und dass wir es aus den falschen Gründen tun würden. Nun, ich finde das befreiend, weil es dann nicht mehr so sehr darum geht, alles richtig zu machen, sondern die Lebensweise von Jesus zu üben.
Fasten war eine zentrale Praktik zur Zeit Jesu. Die erste Gemeinde fastete zweimal in der Woche, mittwochs und freitags.
FASTEN IST EINE PRAKTIK, DIE WIR IN DER MODERNEN WESTLICHEN KIRCHE VERNACHLÄSSIGT HABEN. ES IST WAHRSCHEINLICH EINE DER AM MEISTEN UNTERSCHÄTZTEN UND MISSACHTETEN PRAKTIKEN JESU GEWORDEN.
Wenn Jesus während seines Wirkens auf Erden Zeit im Gebet, in der Stille und im Fasten verbrachte, wie viel mehr sollten wir dies als Praktik in unser Leben aufnehmen.
- Fasten macht den Weg frei für Wunder und Durchbrüche
Als die Jünger versuchten, einen Menschen zu heilen, es ihnen aber nicht gelang, antwortete Jesus, dass manche Dinge nur durch Gebet und Fasten erreicht werden könnten (Matthäus 17:21).
Wir lesen, dass die Israeliten vor der Schlacht fasteten und ihre Sünden bekannten und auf übernatürliche Weise die Philister besiegten (1. Sam. 7:5-6).
Jesus fastete, bevor er sein öffentliches Wirken begann.
IN DER BIBEL GIBT ES ZAHLREICHE BEISPIELE DAFÜR, DASS MENSCHEN VOR GROSSEN EREIGNISSEN UND DURCHBRÜCHEN FASTEN.
Es ist jedoch kein guter Grund zu fasten, um etwas von Gott zu bekommen oder ihn dazu zu bringen, etwas Bestimmtes zu tun – tut mir leid, aber so funktioniert es nicht. Beim Fasten geht es vielmehr darum, sich zu demütigen und die Kontrolle an Gott abzugeben.
- Fasten hungert das Fleisch aus und nährt den Geist
Paulus spricht im Neuen Testament vom „Fleisch“. Besonders im Galaterbrief stellt er die Handlungen des Fleisches der Frucht des Geistes gegenüber. Das Fleisch steht für Leidenschaften und Begierden aller Art, die in exzessiver Weise für sich selbst und andere schädlich sind. Trunkenheit und Völlerei sind in Paulus‘ Liste enthalten.
Gott schuf die Nahrung und erklärte, sie sei gut und genießbar zum Essen. Aber als Adam und Eva verführt wurden, begehrten sie etwas, das nicht zu ihrem Besten war.
Vieles in unserer Welt ist darauf ausgerichtet, unserem Fleisch zu nähren – buchstäblich und metaphorisch – und unseren Mangel an Selbstdisziplin auszunutzen.
Fasten ist eine Disziplin, es erfordert Disziplin, und es fördert eine Disziplin, die sich auf alle Bereiche unseres Lebens auswirkt, nicht nur auf unsere Ernährung. Fasten hungert das Fleisch aus und nährt den Geist. Was wir füttern, wird ganz sicher wachsen, und was wir aushungern, wird sterben. Wenn wir Zeit mit Gott verbringen, werden wir hungrig nach mehr von ihm.